Tonsillektomie ( TE)

Entfernung der Gaumenmandeln, ggf. auch eines Mandelabszesses. Dieser Eingriff sollte in Vollnarkose durchgeführt werden.

Ziel: Entfernung der Gaumenmandeln zur Beseitigung chronischer / rezidivierender Entzündungen mit Entnahme eines Keimreservoirs, zur Beseitigung von Schnarchen sowie zur feingeweblichen Untersuchung.

Vorgehen: In überstreckter Rückenlage werden die Mandeln rechts und links von den darunter liegenden Muskeln unter ständiger Darstellung der Mandelkapsel und deren Gefäßen abgeschält. Dabei entstehen Wunden in der Größer einer 1-2 Euro-Münze. Die Blutstillung erfolgt durch wiederholte bipolare Koagulation, was ein blutarmes Operieren ermöglicht.

Dauer: 15-35 Minuten

Entlassung nach Hause: in der Regel am 6. postoperativen Tag (z.B. Op am Montag, Entlassung am Sonntag)

Dauer der Arbeitsunfähigkeit: meist 16 Tage, bei starker körperlicher Belastung oder erheblicher Belastung mit Stäuben oder Dämpfen auch 21 Tage.

Risiken und Beschwerden danach: Neben den allgemeinen Operationsrisiken, wie Nachblutung, Wundinfektion können bei diesem Eingriff folgende Beschwerden, Komplikationen bzw. Schäden auftreten:

Regelmäßig: erhebliche Schluckbeschwerden für 2-3 Wochen
Gelegentlich: Fremdkörpergefühl wegen Schwellung des Zäpfchens
Selten: Nachblutungen (5%) bis zum 16. Tag nach der Operation mit der Gefahr des Erstickens und Verblutens. leichte Druckstellen der Zunge oder Lippen, Infektionen,
Sehr selten:
Extem selten: anhaltende Schluckbeschwerden, Geschmacksverlust, Zungenlähmungen

Verhalten davor und danach: Bei fieberhaftem Infekt oder frischem Husten oder frischem Schnupfen ist wegen des erhöhten Narkose-Risikos eine Verschiebung des Operations-Termins anzuraten. Gerinnungshemmende Medikamente (Marcumar, Acetylsalicylsäure (Herz-Ass u.ä.)) sind nach Absprache mit dem Operateur und Hausarzt rechtzeitig abzusetzen.

Vermeidung von heißer, scharfer oder harter Kost für ca. 2 Wochen. Kühlung mit Wasser- oder Speiseeis ist angenehm. Regelmäßiges Kauen (z.B. zuckerfreier Kaugummi) und Essen beschleunigt die Genesung und hält die Wunde weich. Eine regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (bevorzugt Diclophenac alle 6-8 Std) ist meist notwendig. Auf Wunsch kann Schmerzfreiheit durch eine Verschreibung von Morphin erreicht werden. Für den Fall einer Nachblutung sollte ein Cool-Pack im Gefrierfach bereitgehalten werden, das dann dem sitzenden Patienten in den Nacken gegeben werden sollte.
Körperliche Schonung für 3 Wochen. Die Erlaubnis für erstmaliges heißes Duschen oder Haarewaschen ist mit dem Operateur abzusprechen.

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HNO-Praxis Dres. Weisemann/Bischof, Mühldorf a. Inn, http://www.hno-muehldorf.de/